Without Peter heißen jetzt Querformat. Hier verraten die Jungs warum

Lukas H. (22), Jakob (19), Nico (21) und Lukas S. (21) aus Brühl machen schon länger Musik, aber im letzten Jahr ist es ernst geworden. Neben der Besetzung hat sich auch der Stil geändert, das soll sich auch im Namen widerspiegeln. Darüber und über ihre nächsten Pläne, haben wir mit ihnen im Interview gesprochen.

Ihr konntet mit eurer Band Without Peter schon einige Erfolge verzeichnen. Warum benennt ihr euch nun um, haben sich die Peters unter euren Fans etwa beschwert?

Nein, haben sie nicht. Im Grunde war die Umbennung überfällig. Without Peter war am Anfang eher eine Spaßband, wir hatten Bock zusammen zu spielen und das wars. Mittlerweile hat sich eigentlich alles geändert. Wir sind in einer anderen Formation unterwegs. Wir wollen mehr Konzerte spielen. Wir singen nur noch auf deutsch und letztlich haben wir auch einen höheren Anspruch an uns selber. Daher war die Namensänderung Pflicht.


Querformat beim Studis dreh’n am Rad Sommerfest 2013

Warum textet ihr jetzt auf deutsch?

Wir fühlen uns wohler, statt auf englisch auf deutsch zu singen, es ist unsere Muttersprache und man kann sich viel wortgewandter ausdrücken. Dadurch können wir auch anspruchsvollere Texte schreiben.

Andersherum gefragt: Warum glaubt ihr, spielen viele deutsche Bands auf Englisch?

Ein Aspekt ist bestimmt die Ästhetik der Sprache. Englisch hat für Außenstehende nicht so einen harten und kratzigen Klang wie Deutsch. Für Bands, die international bekannt werden wollen ist es natürlich einfacher auf englisch zu singen. Andererseits spielt bestimmt auch der Einfluss von Bands aus dem anglo-amerikanischen Raum eine große Rolle. Der ist in Deutschland einfach sehr groß, sodass es naheliegend ist, sich davon inspirieren zu lassen.

Euer neuer Name ist Querformat, warum nicht Hochformat? Wie kam es zu dem neuen Namen?

Wir versuchen Musik aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen, versuchen uns dabei selbst zu überraschen, zum Beispiel beim Songwriting. Das Querformat  hat eben auch eine größere Bandbreite  als das Hochformat. Das ist uns wichtig, weil wir viele verschiedene Einflüsse in unsere Musik aufnehmen wollen.

Welcher Musikrichtung würdet ihr euch selber zuordnen und wer sind eure Vorbilder? Welche Musik hört ihr selber gern?

Es ist immer schwierig sich selber einem Genre zuzuordnen. Wir holen uns die Inspiration aus verschiedenen Musikrichtungen um daraus etwas Neues zu erschaffen. Dabei haben wir viele Einflüsse aus den 80ern, was die Sounds angeht. Das ist vielleicht erstmal komisch, weil wir diese Zeit gar nicht selber miterlebt haben.

Letztlich spielen wir ja in der klassischen Besetzung: Zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug. Um uns vom Mainstream abzusetzen, bringen wir immer mal einige Ecken und Kanten mit rein. Zusammen mit den beiden Synthesizern, die für die 80er Sounds sorgen, definiert sich dann der Sound. Wir spielen meistens sehr reduziert, um das ganze möglichst stimmig zu machen. Wenn man unseren Stil beschreiben will, könnte man das mit “authentischem Deutsch/Indie/Rock/Pop mit den ein oder anderen Retro-Elementen” tun, was aber recht sperrig ist. Wir selber hören viel von Phoenix, aber auch Arctic Monkeys, Bloc Party, MGMT, James Blake, Bon Iver und Chet Faker, um nur einige zu nennen.

Ihr seid im bundesweiten Schooljam unter die 24 besten Bands gekommen und habt mit “Unberechenbar” den Xpress Yourself Contest des General Aneigers gewonnen, was kommt als nächstes?

Wir stehen im Viertelfinale des toys2masters Bandcontest, das heißt wir haben die Vorrunde überlebt und kommen jetzt in die K.o.-Phase. Natürlich wollen wir so weit kommen wie es geht, und wir träumen auch davon, das Ding mit nach Hause zu nehmen. Die Möglichkeit auf eine professionelle CD-Produktion ist schon eine tolle Aussicht. Aber da gibt es eben noch 23 andere Bands, die das auch so sehen.

Welche schönen oder überraschenden Ereignisse habt ihr sonst noch im letzten Jahr erlebt?

Vor allem freuen wir uns über den tollen Zuspruch, den wir von allen Seiten bekommen. Zum Beispiel auf dem Summer in the City Festival in Bergheim, wo sich zunächst niemand so recht für uns interessierte. Als wir anfingen zu spielen, wurde es immer voller und die Leute schienen sich für unsere Musik zu begeistern. Wir kannten dort niemanden, trotzdem kamen nach dem Auftritt viele Leute auf uns zu oder haben auf unserer Facebook-Seite gepostet. Das ist dann schon ein tolles Gefühl und treibt uns natürlich auch an, weiter zu machen und noch mehr Gigs zu spielen. Ein anderes Highlight war unser Auftritt im Rahmen des Schooljam im Underground in Köln. Dass wir dort die Vorrunde gewonnen haben, war im Grunde unser erster nennenswerter Erfolg. Vor den Wettbewerben haben wir unsere ersten Tonaufnahmen gemacht und danach unser erstes Musikvideo gedreht.

Was wäre das Beste, was euch im nächsten Jahr passieren könnte?

Gegen Ende des Jahres wollen wir unsere erste EP aufnehmen und versuchen überregional bekannter zu werden. Dann wäre natürlich ein Plattenvertrag der nächste große Schritt.

Was ist euer größter Traum, den ihr als Band erreichen möchtet?

Unser größter Traum ist einen Plattenvertrag und auf den großen Festivals zu spielen. Welcher Musiker möchte nicht mal auf dem Hurricane spielen? Wir stecken ja auch viel Energie in die Musik, auch wenn klar ist, dass sie immer noch ein Hobby ist.

Was macht ihr, wenn ihr nicht im Probenraum seid oder auf der Bühne steht?

Viel gibts da nicht…wir studieren, Jakob macht ein soziales Jahr. Aber ansonsten bleibt echt nicht viel Zeit für andere Sachen übrig.

Wie seht ihr -als Newcomer- die Musikszene im Köln/Bonner Raum? Habt ihr genug Möglichkeiten aufzutreten? Welche Möglichkeiten hättet ihr gern mehr?

Gerade Bonn ist sehr engagiert, was die Förderung von Newcomer Bands angeht. Im Vergleich zu anderen Städten in NRW sticht das schon heraus. Auch Köln bietet sehr viele Möglichkeiten, da war eben auch unser Auftritt im Underground eine tolle Erfahrung. Hier in Brühl haben wir also schon einen ganz guten Standort. In kleine Läden wie dem MTC spielen ja viele Bands, das ist nichts besonderes irgendwie. Interessant wird es dann schon bei größeren Läden. Als Newcomer Band kommt man da kaum rein, da kann man sich nicht mal eben selber reinbuchen und das über den Kartenverkauf organisieren. Da wäre es schön ein paar mehr Möglichkeiten zum Auftreten zu haben.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

 

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Blümchenknicker, BOHAI, Fleur Earth, Amie&Me und Querformat bei Studis dreh’n am Rad 2013Monika Plebs Recent comment authors
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[…] Nach Tobias Gade, der am Nachmittag den Auftakt machte, spielte die Brühler Band Querformat ihr OpenAir Debut. Auf dem Sommerfest hießen die Jungs noch Without Peter und haben unter dem Namen auch schon einige Preise abgeräumt (näheres im Interview hier): […]

Monika Plebs
Guest

Ihr seid KLASSE, weiter so.