Don’t kill your local idols – Wer braucht noch ein Musikmagazin?

Wir leben in Zeiten des Überschuss’, des Überkonsums und der grenzenlosen Kommunikation – jedenfalls in unseren Breitengraden. Es gibt fast nichts, was es noch nicht gibt, und nichts, was noch nicht gesagt wurde. Jeder, der überlegt, etwas neues ins Leben zu rufen, sollte sich dessen bewusst sein. Warum haben wir -vor knapp über einem Monat- dann doch ein neues Musikmagazin, gegründet haben?

Die kurze Antwort auf diese Frage ist denkbar einfach: Weil es so etwas noch nicht gab. Nunja, aber ganz so einfach wollen wir es uns nicht machen. Musikmagazine, online oder gedruckt, gibt es ja einige, ebenso wie private Blogs und Fanzines, die sich mit Musik beschäftigen. Das Feld lichtet sich aber dann, wenn man nach Berichterstattung über junge und (noch) unbekannte Bands und Künstler Ausschau hält.

Die meisten Medien konzentrieren sich dann doch auf die großen Acts oder Bands, die zumindest schon einige Erfolge verzeichnet haben. Dann gibt es noch die, die auf ganz bestimmte Genres spezialisiert sind und Lokalzeitungen und Stadtmagazine, die hier und da einen Artikel über lokale Bands bringen.

Was ist der Grund für diese recht bescheidene Berichterstattung? Gibt es etwa nur wenige, talentierte Bands? Nein, genau das Gegenteil ist der Fall. Eine kleine Facebookrecherche hat uns zu etlichen tollen Musikern geführt, aus nahezu jedem Genre. Gleichzeitig hört man aber auch von allen Seiten, wie schwierig es für junge Bands ist: Der Wettbewerb sei so groß, dass eine Band, die etwas erreichen will, unglaublich hartnäckig und ambitioniert sein müsse. Das betrifft die Organisation von Auftritten, die Bildung einer Fanbase und die Veröffentlichung von Material in professioneller Qualität. Achja, und die Musik soll natürlich eh erstklassig sein und am besten den Nerv der Zeit treffen.

Um in der Terminologie zu bleiben: Was bedeutet es, wenn der Wettbewerb, sprich das Angebot, zu groß ist? Meiner bescheidenen Meinung nach, kann es gar nicht zu viele talentierte Musiker geben. Was für ein Frevel! Gibt es also ein Problem auf der Nachfrageseite, also zu wenige Leute, die gute Musik hören wollen? Wenn fast jeder mit seinem Smartphone Musik hören kann und musikalische Untermalung allgegenwärtig ist, kann ich mir das kaum vorstellen!

Aufschlussreicher ist es da schon ein Blick in die Sendepläne von privaten und öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten: Oft genug nichts als Einheitsbrei. Geschmäcker sind zu verschieden um damit abgespeist zu werden.

Ansage der Couchrocker, die in Bonn junge Bands Auftrittsmöglichkeiten bieten.
Ansage der Couchrocker, die in Bonn jungen Bands Auftrittsmöglichkeiten bieten.

Wenn wir nicht nur an den überregionalen Trends hängen bleiben würden und dafür auch noch ein Heiden Geld ausgeben, sähe die Welt vielleicht etwas anders aus. 50 € für ein Konzertticket in einer riesigen, sprich unpersönlichen Halle, auszugeben ist ziemlich viel. Ein Blick vor die Haustür, auf die lokale Musikszene, verspricht sehr viel mehr Vielfalt, persönlichen Austausch und Abwechslung. Gleichzeitig würde es  Bands einfacher fallen, sich eine Fanbase aufzubauen, in ihrer Arbeit unterstützt zu werden und vielleicht den Sprung zu schaffen, von ihrer Musik leben zu können.

Und genau in diese Bresche möchten wir springen: Berichterstattung über Musiker und Bands, die sonst im Verborgenen bleiben! Berichterstattung hört sich dabei etwas schnöde an. Es geht natürlich auch darum, ansprechende Formen und Darstellungswege zu finden.

Wenn Formate wie die Vice zum Massenmedium werden, sagt das auch etwas über die Qualität journalistischen Arbeitens aus, die gefragt ist (ohne das bewerten zu wollen). Sicherlich muss und kann man erfolgreiche Konzepte nicht einfach 1:1 übernehmen, aber man sollte doch aufmerksam beobachten, was funktioniert und was nicht.

Eine andere Frage, die wir uns früher oder später stellen müssen, ist sicherlich, in welcher Form wir localartists.de betreiben wollen. Bisher ist es ein absolutes low-budget Projekt, das vor allem von unserer Zeit und Überzeugung lebt.

Gern würden wir mehr Leute ins Boot holen, die auch in anderen Städten und über ein breiteres Spektrum. Außerdem verstehen wir uns auch als Experimentierfläche für jeden, der sich im (cross-) medialen Bereich ausprobieren möchte. Sprecht uns einfach an.

Wenn ihr euch einfach nur für gute Musik interessiert, freuen wir uns natürlich auch, dass ihr den Weg auf unsere Seite geschafft habt! Wie das heute so üblich ist, bleibt mir dann nur noch eins zu sagen: Liket uns auf facebook und bleibt auf dem Laufenden :)

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